1 ▪ Work in Progress // Taschenkarten bilden als praktische Merkhilfe eine wertvolle Stütze für Einsatzkräfte unterwegs. Kurz und knapp fassen sie nocheinmal die wesentlichen Punkte zu einem Thema zusammen, bieten Zahlen, Daten, Fakten, Checklisten und Regeln zum schnellen Nachschlagen. Leider ist sowohl das Format (DIN-A3 Lang als Leporello) als auch die Vielzahl loser Taschenkarten nicht gerade praktisch. Ein Buch muss her.



Taschenkarten liegen üblicherweise als DIN-A3-Druckbogen vor, bei dem im Querformat in der oberen und unteren Hälfte jeweils eine Taschenkarte gedruckt wird. Das A3-Blatt wird beidseitig bedruckt, in der Mitte durchgeschnitten und dann zum Leporello gefaltet. Fertig ist die Taschenkarte. Druckvorlagen von einigen Taschenkarten aus dem Technischen Hilfswerk gibt es zum Beispiel hier.

Wenn sich über die Zeit mehrere solche Taschenkarten ansammeln, wird es jedoch unübersichtlich. Sie liegen lose aneinander in der Tasche, die richtige zu finden ist ein Gewühl, langsam zerfleddert alles. Das muss nicht sein, so der Ausgangspunkt des Projektes.
Wie eine Datenkrake sammelte ich also Druckvorlagen von Taschenkarten, vor allem vom THW (denn das Projekt ist für das THW), ergänzt durch Taschenkarten der Bayerischen Feuerwehrschulen oder der Bundeswehr (z.B. aus ZDV 3/703). Die Druckbögen wandle ich mithilfe des pdfpages-Paketes mit LaTeX zu einem fortlaufenden Seitenformat DIN-A6 um. Anschließend gruppiere ich sie inhaltlich in die Blöcke Führung (Lagekarte, Dokumentation, Stabsarbeit, …), technische Fachthemen (Deichverteidigung, Geräte, AGT, CBRN, …), Logisitk BR Feldlager (Marschverbände, Bereitstellungsräume) und besondere Einsatzsituationen (z.B. Heikat, PSNV, MANV). Anschließend wird mittels PDF-Überlagerung eine fortlaufende Seitenzahl auf die Einzelseiten überlagert. Im ersten Entwurf ergibt sich so eine Druckdatei mit 228 Seiten.



Wieder mit LaTeX erstelle ich also Druckbögen auf DIN-A5. Nach Experimenten mit wasserfesten Papieren, die sich leider nicht gut verleimen lassen, drucke ich für die erste Variante auf ein gestrichenes 90gr/m²-Papier. Die Bögen falze, loche, vernähe und verleime ich anschließend von Hand. Den Buchblock beschneide ich dreiseitig und versehe das ganze mit einem Leinen-Einband. Fertig ist die erste Taschenkarten-Sammlung.

Ausblick
Natürlich wurde ich umgehend darauf hingewiesen, dass einige Taschenkarten fehlen. Leider sogar interessante / gute / relevante Taschenkarten. Das Projekt geht weiter, unter anderem mit folgenden weiteren Entwicklungsaspekten:
- Robusterer Einband. Geschlossenes Leinen oder Folie.
- Einbandtitel. Beschriftung durch Prägung o.ä., aktuell fehlt hierzu Material.
- Wasserfestes Papier. Die Idee ist gut und berechtigt, hier sind weiter Leim-Papier-Kombinationen erproben. Aktuell ist eine funktionale Bindung / Verbindung mit dem Einband technisch nicht möglich.
- Inhaltliche Erweiterung & Verbesserung. Einige Taschenkarten sind grafisch schlicht schlecht. Zu einigen Themen gibt es nur Handbücher oder Merkblätter in DIN-A4. Hier Taschenkarten weiter überarbeiten oder neu erstellen.
Disclaimer
Dieses Projekt ist, wie hier üblich, nicht kommerziell. Beschriebene Erzeugnisse stehen nicht zum Verkauf (und wären bei Erwägung von Arbeitszeitansatz & Auflagenhöhe auch kaum bezahlbar).
